2016-05-18j002

Gustav Jahrbeck
Mein Leben gehört mir
untertitelRoman
original-
bibdatAstoria-Verlag |Düsseldorf [1951]
Pappe/Supronyl - 8° - 377 S.
reihe-
verlags-nr-
umschlaggestaltung-
notiz-
nachweis / katINT | 000F


"Adda, ein Kind aus bürgerlichen Kreisen, erwacht in der nach dem ersten Weltkrieg beginnenden Auflösung der gesellschaftlichen Beziehungen leidenschaftlich zu ihrem eigenen ICH. Durch Erbanlagen mit unheilvollen Kräften behaftet, stürzt sie sich in eine Fülle erotischer Abenteuer und versteht es hemmungslos, den moralischen Niedergang einer Zeit zu ihren Gunsten auszunutzen. Im Taumel ihrer verhängnisvollen Begegnungen tritt Lubin, der Dämon des Bösen, zielbewußter und stärker als sie, in ihr Leben. Ihm ganz als Werkzeug ausgeliefert, läßt sie sich so weit bringen, ein Menschenleben zu vernichten. Doch kein Dasein ist ohne begleitenden Engel, auch das einer triebhaft Belasteten nicht. So ist es die Schandtat an Gerrhaus, die sie zu dem Menschen Michael Weiland' führt, der bereit ist, ihr einen klaren, aufrichtigen Weg zu weisen.
Wie in jedem Leben, beginnt auch für Adda eine Zeit scheinbarer Ruhe und bürgerlichen Friedens; aber was gesät ist, muß geeintet werden. Sie ist plötzlich zu einer Entscheidung gezwungen, die das letzte von ihr fordert und sie in einer schrecklichen Spiegelung, ausweglos sich selbst gegenüberstellt. Alles, was die Harmonie ihres Lebens ausmacht, wird ihr genommen. Als einzige Lösung bleibt ihr nur eine Tat, um den unsterblichen Teil ihrer Seele zu retten.
Im Hintergrund dieser kontrastreichen und mit: Spannung geladenen Handlung, die von der bürgerlichen Atmosphäre einer mitteldeutschen Kleinstadt zu den Villen- und Vergnügungsvierteln Berlins führt, — der Roman spielt in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen — stehen eine Fülle von geistreich und lebensvoll gezeichneten Nebenfiguren, die es bei aller Realistik der Darstellung nicht daran fehlen lassen, neben dem Bösen das Gute zur absoluten Wirkung zu bringen.
Aus einer der ersten Pressebesprechungen: „ . . . ich halte den Roman ,Mein Leben gehört mir'' für ein ungewöhnlich starkes und wertvolles Werk, ja für eine bisher einzigartige Gestaltung des — von außen her in den Menschen hineingetragenen — seelischen Zwiespalte der Nachkriegsjahre, die innerhalb schicksalsmäßiger Entwicklung eines von dämonischen Triebkräften beherrschten Frauendaseins offenbar wird ..." {Klappentext}